Vom größten Mobilfunkhändler Ostdeutschlands zum Produzenten eines der erfolgreichsten deutschen Kinofilme der vergangenen Jahrzehnte: Der Lebensweg von Lars Dittrich liest sich wie ein Lehrstück über unternehmerischen Mut, kluge Investitionen und die Bereitschaft, in neuen Branchen ganz von vorn zu beginnen. Geboren in Hennigsdorf in der DDR, baute Dittrich zunächst gemeinsam mit einem Schulfreund ein Handyimperium mit 420 Filialen und rund 1.700 Beschäftigten auf. Mit 35 Jahren zog er sich aus dem operativen Geschäft zurück – und startete eine zweite Karriere als Filmproduzent und Kunstgalerist in Berlin.
Sein Name steht heute untrennbar mit der Produktionsfirma Mythos Film und der Kinoverfilmung des Bestsellers Er ist wieder da in Verbindung, die 2015 rund 2,5 Millionen Zuschauer in die deutschen Kinos lockte und 2016 unter anderem mit dem Bambi in der Kategorie „Film National“ ausgezeichnet wurde. Doch Lars Dittrich ist weit mehr als ein Einmal-Erfolg: Als Investor und Mitgründer einer der aufstrebenden Berliner Kunstgalerien gehört er zu den interessantesten Unternehmerpersönlichkeiten der Hauptstadt. Dieser Beitrag zeichnet seine Biografie, seine Karriere und sein Wirken sorgfältig nach – auf der Grundlage öffentlich verifizierter Quellen.
| Feld | Angabe |
|---|---|
| Vollständiger Name | Lars Dittrich |
| Geboren | 16. Juli 1974 in Hennigsdorf, Landkreis Oberhavel |
| Nationalität | Deutsch |
| Berufe | Unternehmer, Investor, Filmproduzent |
| Bekannt für | Mitgründer von Mythos Film; Produzent von Er ist wieder da (2015) |
| Frühere Tätigkeit | Mitgründer von _dug telecom ag; Vorstandsmitglied bei debitel (Vertrieb) |
| Unternehmen | Mythos Film (seit 2013); Galerie Dittrich & Schlechtriem |
| Wichtige Produktionen | Er ist wieder da (2015), 25 km/h (2018), Der Fall Collini (2019) |
| Wichtige Auszeichnung | Bambi 2016 „Film National“ für Er ist wieder da (an die Produktion) |
| Familienstand / Partner | In öffentlichen Quellen nicht verlässlich dokumentiert |
| Vermögen | In öffentlichen Quellen nicht verlässlich dokumentiert |
| Wohn- und Arbeitsort | Berlin |
Kindheit und Aufwachsen in der DDR
Lars Dittrich wurde am 16. Juli 1974 in Hennigsdorf geboren, einer Stadt im Landkreis Oberhavel nördlich von Berlin. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in der Deutschen Demokratischen Republik – ein biografischer Umstand, den er in Interviews später selbst immer wieder als prägend beschreibt. In einer Aufzeichnung des Senders phoenix sprach Dittrich offen über seine persönlichen Erfahrungen mit dem Systemwechsel nach 1989 und über den Wandel Deutschlands seit der Wiedervereinigung.
Schon als Kind zeigte er unternehmerisches Talent. In der Presseberichterstattung zur phoenix-Sendung wird berichtet, dass er bereits als Schüler mit Bravo-Postern handelte und Dattelpalmen züchtete und verkaufte – frühe Hinweise auf den Geschäftssinn, der seine spätere Karriere prägen sollte. Nach dem Abitur stand Dittrich wie viele junge Menschen im Osten Deutschlands vor der Frage, welchen Weg er einschlagen sollte. Seine Antwort war ungewöhnlich direkt: Er gründete ein eigenes Unternehmen.
Der Aufbau des _dug-telecom-Imperiums
Gemeinsam mit einem Schulfreund gründete Lars Dittrich nach dem Abitur das Unternehmen _dug telecom ag. Was als kleines Projekt begann, entwickelte sich zu einer der bemerkenswertesten Wirtschaftsgeschichten der deutschen Telekommunikationsbranche in den 1990er- und 2000er-Jahren: _dug telecom wuchs zum größten Mobilfunkhändler im Osten Deutschlands heran – mit zuletzt 420 Geschäften und rund 1.700 Beschäftigten.
Die Erfolgsgeschichte des Unternehmens zog auch öffentliches Interesse auf sich: Nach Angaben der Landesregierung Brandenburg gehörte _dug telecom zu den ostdeutschen Telekommunikations-Erfolgsstories, die selbst auf politischer Ebene gewürdigt wurden. Für Dittrich bedeutete der Aufbau der Handelskette eine intensive Lehrzeit als Unternehmer – vom Vertrieb über die Personalführung bis zur strategischen Expansion eines mittelständischen Unternehmens in einem hart umkämpften Markt.
Übernahme durch Permira und Wechsel zu debitel
Im Jahr 2007 wurde die _dug telecom ag vom Finanzinvestor Permira übernommen und mit dem Stuttgarter Unternehmen debitel verschmolzen. Für Dittrich bedeutete der Deal nicht das Ende seiner Managerkarriere, sondern eine neue Aufgabe: Er trat dem Vorstand der debitel bei und verantwortete dort drei Jahre lang den Vertrieb. Es war eine ungewöhnlich große Verantwortung für einen jungen Unternehmer aus dem Osten – und ein Beleg dafür, dass seine unternehmerischen Leistungen in der Branche anerkannt wurden.
Im Alter von 35 Jahren verließ Lars Dittrich das Unternehmen auf eigenen Wunsch. Der Schritt überraschte Beobachter: Er gab eine sichere Top-Position in einem Großunternehmen auf, um sich als Investor neu zu erfinden. Rückblickend war es die Weichenstellung für seine zweite Karriere.
Neuanfang als Investor
Nach seinem Ausstieg bei debitel investierte Dittrich in Startups und Marken. Er setzte dabei auf Branchen, für die er eine Leidenschaft hegte, und kombinierte finanzielles Kapital mit unternehmerischem Know-how. Im Jahr 2013 wurde er zudem Mitgesellschafter der traditionsreichen Keramik-Manufaktur Hedwig Bollhagen, eines der renommiertesten deutschen Keramikunternehmen mit langer Handwerkstradition. Die Beteiligung zeigt Dittrichs Gespür für starke Marken mit Geschichte – ein roter Faden, der sich auch durch seine späteren Aktivitäten zieht.
Mythos Film: Der Einstieg in die Filmproduktion
Der entscheidende Schritt in Dittrichs zweiter Karriere folgte 2013: Gemeinsam mit dem erfahrenen Filmproduzenten und Drehbuchautor Christoph Müller gründete er die Berliner Produktionsfirma Mythos Film. Müller brachte jahrelange Branchenerfahrung mit – unter anderem als Produzent des vielfach ausgezeichneten Dramas Sophie Scholl – Die letzten Tage (Oscar-Nominierung) – während Dittrich als Investor und Geschäftsmann den unternehmerischen Part der Neugründung übernahm. Es war eine ungewöhnliche, aber letztlich erfolgreiche Partnerschaft zwischen Branchenprofi und Quereinsteiger.
Er ist wieder da: Der Millionenerfolg
Mythos Film landete mit seiner ersten großen Produktion sofort einen Coup: Die Kinoverfilmung des Bestsellers Er ist wieder da von Timur Vermes. Die Rechte an der Romanvorlage – einer bissigen Satire, in der Adolf Hitler im Berlin der Gegenwart erwacht – sicherte sich die junge Firma in Koproduktion mit der Constantin Film. Regie führte David Wnendt, produziert wurde der Film von Lars Dittrich und Christoph Müller. Die Koproduzenten Martin Moszkowicz und Oliver Berben (Constantin Film) verantworteten die Produktion auf Seiten des Majors.
Der Film startete am 8. Oktober 2015 in den deutschen Kinos und entwickelte sich zum Überraschungserfolg: Nach Angaben des Branchenportals UFA lockte er rund 2,5 Millionen Zuschauer in die Kinos. Cineuropa verzeichnet den Film als deutsche Produktion des Jahres 2015 mit den Produzenten Lars Dittrich und Christoph Müller sowie den Produktionsfirmen Mythos Film, Claussen+Putz Filmproduktion und Constantin Film AG. Der Film erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Nominierungen: 2016 gewann die Produktion den Bambi in der Kategorie „Film National“, außerdem wurde sie mit dem Civis-Medienpreis ausgezeichnet, für vier Deutsche Filmpreise nominiert (unter anderem Bester Film, Beste Regie, Beste männliche Hauptrolle für Oliver Masucci und Beste männliche Nebenrolle für Fabian Busch) und für den Europäischen Filmpreis in der Kategorie Beste Komödie nominiert. Wie die Film- und Medienstiftung NRW berichtete, wurde die mit Fördermitteln des Landes entstandene Komödie bei der 68. Bambi-Verleihung am 17. November 2016 in Berlin ausgezeichnet.
Für Dittrich war der Erfolg ein persönlicher Triumph: Der Quereinsteiger aus der Telekommunikationsbranche hatte sich innerhalb kürzester Zeit in der deutschen Filmwirtschaft etabliert. Die Märkische Allgemeine brachte seinen Weg auf die Formel „Vom Handyverkäufer zum Bambi-Gewinner“.
Weitere Produktionen von Mythos Film
Nach dem Durchbruch setzte Mythos Film seine Arbeit fort – zunächst mit Dittrich und Müller, später im veränderten Gesellschaftergefüge, als Müller 2017 zu Constantin Film wechselte und die Firma 2013/2017 neue Strukturen erhielt. Zwei Produktionen verdienen besondere Erwähnung:
25 km/h (2018)
Die Tragikomödie 25 km/h von Markus Goller – mit Lars Eidinger und Bjarne Mädel als ungleichen Brüdern auf Mofas unterwegs durch Deutschland – wurde zu einem der Überraschungshits des deutschen Kinojahres 2018. Christoph Müller war als Koproduzent beteiligt; die Firma Mythos Film wird im Zusammenhang mit der Produktion genannt.
Der Fall Collini (2019)
2019 folgte mit Der Fall Collini die Verfilmung des Bestsellers von Ferdinand von Schirach. Regie führte Marco Kreuzpaintner, in den Hauptrollen spielten Elyas M’Barek, Alexandra Maria Lara, Heiner Lauterbach und Franco Nero. Als Produktionsfirmen werden Constantin Film, SevenPictures Film, Mythos Film und Rolize genannt; zu den Produzenten zählten Christoph Müller, Kerstin Schmidbauer und Marcel Hartges. Das Justizdrama über Schuld, Verjährung und die Aufarbeitung der NS-Zeit wurde unter anderem von der Cinema for Peace Foundation ausgezeichnet und lief international.
Engagement in der Kunstwelt: Dittrich & Schlechtriem
Neben Film und Investitionen widmete sich Lars Dittrich einem weiteren Feld: der zeitgenössischen Kunst. 2016 gründete er gemeinsam mit André Schlechtriem – ehemals Kurator der Judith Rothschild Foundation Contemporary Drawing Collection in New York – die Berliner Galerie Poolgalery, die später in Dittrich & Schlechtriem umbenannt wurde. Die Galerie konzentriert sich auf konzeptuelle zeitgenössische Kunst und fördert vor allem junge Künstlerinnen und Künstler, stellt aber auch etablierte Positionen wie den Schweizer Künstler Julian Charrière aus und vertritt ihn. In der Berliner Kunstszene hat sich die Galerie seither einen Namen als Plattform für anspruchsvolle Projekte gemacht und ist regelmäßig bei Kunstmessen wie der Art Basel vertreten.
Das Galerie-Engagement ist typisch für Dittrichs Arbeitsweise: Er investiert in Bereiche, die er für kulturell und wirtschaftlich zukunftsfähig hält, und kombiniert unternehmerische Struktur mit inhaltlicher Leidenschaft. Wie bereits bei Mythos Film arbeitet er dabei eng mit einem erfahrenen Fachmann – dem Kurator Schlechtriem – zusammen.
Öffentliches Profil und heutige Tätigkeit
Lars Dittrich tritt immer wieder auch öffentlich als Unternehmer und Diskussionspartner in Erscheinung. 2019 war er Gast bei phoenix persönlich (Folge 56), wo er mit Moderatorin Inga Kühn über seine DDR-Erfahrungen, den Wandel Deutschlands seit der Wende und seine unternehmerische Philosophie sprach. 2018 porträtierte ihn die Berliner Zeitung in einer multimedialen Geschichte unter der Überschrift „Ich empfinde mich als Teil einer Glücksgeneration“, und die Süddeutsche Zeitung widmete ihm 2017 ein ausführliches Porträt unter dem Titel „Von Handys zum Kino“.
Seine Selbsteinschätzung als Teil einer „Glücksgeneration“ verweist auf die besondere Situation vieler ostdeutscher Gründer nach 1989: Die Umbruchsjahre eröffneten Chancen, die es in dieser Form nur einmal gab – und Dittrich nutzte sie mit Beharrlichkeit. Heute lebt und arbeitet er in Berlin, wo er als Investor und Produzent weiterhin in Film- und Kunstprojekte involviert ist. Über sein Privatleben ist in verlässlichen öffentlichen Quellen nichts dokumentiert – Familie, Partnerschaft und Vermögen hält Dittrich konsequent aus der Öffentlichkeit heraus.
Fazit
Lars Dittrich steht für eine der ungewöhnlichsten Unternehmerkarrieren der deutschen Gegenwart: Aus dem Mitgründer eines Mobilfunkhändlers mit 420 Filialen wurde ein Investor, der mit der Gründung von Mythos Film in die Filmbranche einstieg und mit Er ist wieder da sofort einen der größten deutschen Kinoerfolge der 2010er-Jahre produzierte – gekrönt mit dem Bambi und zahlreichen weiteren Auszeichnungen. Mit der Galerie Dittrich & Schlechtriem eroberte er sich ein drittes Standbein in der Kunstwelt. Was seine Geschichte auszeichnet, ist die Kombination aus vertrieblichem Können, finanziellem Mut und dem Gespür, sich mit erfahrenen Partnern – ob Christoph Müller im Film oder André Schlechtriem in der Kunst – zu verbünden. Lars Dittrich hat bewiesen, dass ein Neuanfang mit 35 nicht nur möglich ist, sondern zum Markenzeichen werden kann.
Wann wurde Lars Dittrich geboren?
Lars Dittrich wurde am 16. Juli 1974 in Hennigsdorf im Landkreis Oberhavel geboren. Er wuchs in der DDR auf und verbrachte seine Jugend in Brandenburg.
Womit wurde Lars Dittrich bekannt?
Zunächst als Mitgründer von _dug telecom ag, die zum größten Mobilfunkhändler Ostdeutschlands wurde. Als Filmproduzent wurde er mit der Mythos-Film-Produktion Er ist wieder da (2015) bekannt, die 2016 unter anderem den Bambi in der Kategorie „Film National“ erhielt.
Was ist Mythos Film?
Mythos Film ist eine Berliner Filmproduktionsfirma, die Lars Dittrich 2013 gemeinsam mit dem Produzenten und Drehbuchautor Christoph Müller gründete. Ihre erfolgreichste Produktion ist die Kinoverfilmung des Bestsellers Er ist wieder da; weitere Produktionen waren unter anderem 25 km/h und Der Fall Collini.
Welche Filme hat Lars Dittrich produziert?
Als Produzent verantwortete Dittrich gemeinsam mit Christoph Müller die Kinofilme Er ist wieder da (2015, Regie: David Wnendt), 25 km/h (2018, Koproduktion) und Der Fall Collini (2019, Produktion unter Beteiligung von Mythos Film).
Was macht Lars Dittrich heute?
Lars Dittrich lebt und arbeitet in Berlin. Er ist als Investor und Filmproduzent tätig und betreibt mit André Schlechtriem die Berliner Galerie Dittrich & Schlechtriem, die sich auf konzeptuelle zeitgenössische Kunst konzentriert.
Ist Lars Dittrich mit der Keramik-Manufaktur Hedwig Bollhagen verbunden?
Ja. Im Jahr 2013 wurde Lars Dittrich Mitgesellschafter der traditionsreichen Keramik-Manufaktur Hedwig Bollhagen – eine seiner Beteiligungen außerhalb der Film- und Telekommunikationsbranche.
Weiterlesen bei Alltagspuls:
→ Omid Mouazzen – Karriere und Profil des Unternehmers im Überblick
→ André Vetters – Biografie und beruflicher Werdegang des Managers
→ Lena Kesting – Profil und Karriere der Fernsehmoderatorin
Für weitere sorgfältig recherchierte Biografien und Karrieregeschichten über Lars Dittrich, besuchen Sie Alltagspuls.
Ich bin Sebastian Weber und schreibe für Alltagspuls über Prominente, Lifestyle und Unterhaltung. Besonders interessieren mich die Menschen hinter den Schlagzeilen, spannende Hintergrundgeschichten und aktuelle Trends aus aller Welt. Bei meinen Artikeln lege ich großen Wert auf gründliche Recherche, zuverlässige Quellen und eine klare Unterscheidung zwischen bestätigten Fakten und Gerüchten.
